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Förderverein kauft ältestes Reisedokument der Stadt Elmshorn.


Dem Schatzmeister des Fördervereins für das Stadtarchiv Elmshorn ist es gelungen, bei Ebay einen Reisepass aus dem Jahre 1805 für den Elmshorner Schutzjuden Isaac Sussmann zu erwerben. Das Dokument erlaubt dem Kommissionär Sussmann von Elmshorn über Horst nach Itzehoe zu reisen. Es ist auf so genanntem Stempelpapier erstellt und trägt das Wappen des dänischen Königs Christian VII. Elmshorn wie Schleswig Holstein gehörten zu der Zeit noch zu Dänemark und die Stadtwerdung war noch etliche Jahrzehnte entfernt. Elmshorn war ein so genannter Flecken und gehörte zum Kirchspiel Elmshorn. Das Dokument war sicherlich vom Kirchspielvogt unterschrieben und gesiegelt. Schutzjude bedeutete, dass die Person jüdischen Glaubens für ihren geduldeten Aufenthaltsstatus an die Behörden bezahlen mussten. Da dieser Status nur für ein begrenztes Gebiet galt, wurde für das Verlassen ein Reisepass benötigt.
Recherchen in unserem Archiv, den Beiträgen zur Elmshorner Geschichte, bei Konrad Struve, im Landesarchiv und Nachfragen bei unserem Mitglied und profundem Kenner dieser Zeit, Archivrat Klaus-Joachim Lorenzen-Schmidt, haben nun ergeben, dass Isaac Sussmann eine kleine Rolle in der Geschichte der Stadt gespielt hat.
Er hat einige Zeit nach dieser Reise einen Antrag auf Konzession für eine Gerberei bei der dänischen Obrigkeit gestellt. Bis zu der Zeit durften nur Schuster Felle gerben. Der Antrag wurde abgelehnt und mehrfach wiederholt. Am 9. Juli 1822 wurde ihm dann lt. Patentenjournal der Deutschen Kanzlei in Dänemark eine Konzession zur Errichtung einer Gerberei erteilt. Dieses fand in der Flamweger Hinterstraße, der heutigen Neuen Straße, statt. Er starb 1870 in Elmshorn und wurde wahrscheinlich auf dem jüdischen Friedhof an der Feldstraße begraben.