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  • Olympischer Fackellauf, v.l. Hans Gabriel, Doris Ratjen, Hans-Jürgen Suhr, Uwe Schmidt, August 1972
  • Fechterinnen nach Olympia, v.l. Wiebke Eyler, Maren Kölling, August 1972

Olympischer Fackellauf am 27. August 1972

Bericht der Elmshorner Nachrichten vom 25. Aug. 1972 (Mo.)

Fünf Elmshorner laufen für Olympia

Für 102 Minuten brennt das Olympische Feuer am kommenden Sonntag auch im Kreis Pinneberg. 18 Athleten aus dem Kreisgebiet werden die Fackel auf ihren Weg von München zu den Segelwettkämpfen nach Kiel auf der 17,1 Kilometer langen Strecke entlang der Bundesstraße 4 tragen. 24 Stunden nach der Eröffnungsfeier in München schlägt auch für fünf Sportler aus Elmshorn und Umgebung die olympische Stunde: Doris Rathjen vom EMTV, Dieter Jürs von der FTSV, Hans Gabriel vom Schützenverein „Wilhelm Tell“ und Uwe Schmidt vom Elmshorner Wassersportverein.

  Die Sportler aus dem Kreis Pinneberg laufen übermorgen von 11.50 Uhr  bis 13.32 Uhr auf der B4 von Bönnigstedt, Hasloh, Quickborn, Bilsen und Langeln von der Hamburger Stadtgrenze bis zur Kreisgrenze Segeberg. Alle tragen ein Sporthemd mit den fünf olympischen Ringen. Der Lohn der Träger des Olympischen Feuers: Sie dürfen das Sporthemd und die Gasfackel als Erinnerung an das gr0ße Ereignis behalten.

  Pünktlich um 11.50 Uhr soll am Sonntag der vielseitige FTSV-Leichtathlet Dieter Jürs als erster Läufer das Feuer an der schleswig-holsteinischen Landesgrenze in Bönningstedt von einem Hamburger Athleten in Empfang nehmen. Schlussläufer der „olympischen Kreisstaffel“ ist ebenfalls ein junger Läufer: Der Leichtathlet Gert Steyer vom TSV Wedel.

  Der 19jährige Schiffstischler Dieter Jürs fährt von Kiel zu seinem „olympischen Einsatz“ auf der B4: Der glänzende FTSV-Läufer absolviert dort zurzeit seinen Wehrdienst bei der Bundesmarine. Mit der Berufung zum Fackelläufer honorierten die FTSV-Leichtathleten die guten Leistung des jungen Mittel- und Langstrecklers.

  Einziges Mädchen im Feld der fackeltragenden Sportler aus dem Kreisgebiet ist die 16jährige Doris Rathjen vom EMTV. Der schnelle Banklehrling (eine ausgezeichnete Mittelstrecklerin) startet mit dem olympischen Feuer um 13.20 Uhr in Hoffnung. Die charmante Läuferin freute sich besonders darüber, dass sie das Glückslos gezogen hat: „Von unserer Abteilung wollten 15 laufen. Ich hatte großes Glück bei der Auslosung!“ Der bisher größte Erfolg der mit Vorliebe 400 bis 800 m laufenden jungen Dame: die Landesmeisterschaft in der 5 x 800-m-Staffel.

  Mit dem 16jährigen Uwe Schmidt aus Elmshorn trägt ein Wassersportler die Fackel auf den Weg zur Segel-Olympiade. “ Ich bin ein bisschen aufgeregt“ verriet uns der begeisterte Wasserski-Läufer und Segler gestern vor seinem größten sportlichen Erlebnis. Uwe, der bald eine Lehre beim FZZA antritt, ist Vertreter des hiesigen Wassersportvereins.

  Der bekannte Sparrieshooper Fußballer Hans Gabriel ist der älteste Läufer: Der 37jährige, der seit 20 Jahren (!) in der Liga des TSV mit großem Erfolg spielt, widmet sich in seiner Freizeit besonders der Brieftaubenzucht. Für den sportbegeisterten Familienvater aus der Elmshorner Schinkelstraße ist die Teilnahme am Fackellauf Höhepunkt und Abschluss einer langen Karriere. Gabriel will jetzt Schluss mit dem Leistungssport machen.

  Für den 26jährigen Schützen Jürgen Suhr aus Horst, der dem Verein „Wilhelm Tell“ angehört, ist die sportliche Laufbahn dagegen noch lange nicht zu ende. Der versierte Sportschütze (Luftpistole und Luftgewehr) ist Klempner und Installateur.

  Elmshorns „Olympia-Läufer“ werden übermorgen von zahlreichen Schlachtenbummlern begleitet. Der Fackellauf soll nach den Vorstellungen des für die Organisation verantwortlichen Kreissportverbandes durch zahlreiche Musikkapellen und viele Zuschauer eine würdigen Rahmen erhalten.

 


  1972  /  Bildergalerien  /  Last Updated September 17, 2013 by Arno Freudenhammer  /