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  • Brand der Lederwerke Joh. Knecht & Sohn in der Schloßstraße in Elmshorn am 27. Sept. 1939
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Der Brand der Lederwerke Joh. Knecht & Sohn am 27. Sept. 1939

Bericht der Elmshorner Nachrichten am 28. Sept. 1939  (alle Fotos: Hermann Koopmann)

Das Großfeuer in den Lederwerken von Joh. Knecht & Sohn ist jetzt abgelöscht worden; heute morgen war man mit den Aufräumungsarbeiten beschäftigt; der angerichtet Schaden ist noch nicht zu übersehen.

   Die Untersuchung der Brandursache hat bisher ergeben, daß das Feuer in der Spritzerei zum Ausbruch gekommen ist. In der ersten Abteilung dieser Spritzerei, in der Leder mit einem Farbüberzug versehen wird, war man damit beschäftigt, den Raum von den Farbrückständen zu reinigen. Beim Loslösen der Farbrückstände hat sich das leicht brennbare Material entzündet. Wie dies möglich war, wird noch untersucht.

   Kurz nach der Entzündung ereigneten sich in dem im Raum aufgewirbelten chemischen Staub mehrere Explosionen, die die Versuche der Gefolgschaftsangehörigen, mit Schaumlöschern den Brand einzudämmen zunichte machten. Die Explosionen, die von größter Heftigkeit waren, zwangen die Gefolgschaftsangehörigen zu sofortiger Flucht.

   Mit unheimlicher Schnelligkeit breitet sich das Feuer durch Schächte nach unten und oben aus, wobei es vor allem in den Vorräten von Gerbstoffen in den oberen Stockwerken reiche Nahrung fand. Schon wenige Minuten nach dem Ausbruch des Brandes war es unmöglich, an den eigentlichen Brandherd  noch heranzukommen. So daß selbst durch die erstklassige Löscheinrichtung des Werkes das Unheil nicht mehr abgewandt werden konnte.

   Unter Leitung des Elmshorner Wehrführers, Kreiswehrführer Tonner, wurde das Feuer mit 11 Schlauchleitungen bekämpft, die von drei 1000-Liter-Pumpen und drei 800-Liter-Pumpen gespeist wurden. Außerdem wurden die Werkhydranten zur Bekämpfung des Feuers herangezogen. Glücklicherweise stand der Wind vom Werk ab: im anderen Fall wäre nach dem Urteil aller Fachleute die sogenannte alte Fabrik kaum zu retten gewesen.

   Von Norden konnte man an das brennende Gebäude verhältnismäßig gut herankommen, wenn auch überall sehr lange Schlauchleitungen gelegt werden mußten. Von der Schloßstraße aus war die Feuerwehr wegen der drohenden Einsturzgefahr in der Löscharbeit behindert; der Hauptangriff wurde von der Nord- und der Westseite eingesetzt. Leider ließ sich nicht verhindern, daß der Westgiebel das Dach des Maschinenraumes durchschlug und die Maschine in Mitleidenschaft zog. Der Betrieb kann aber mit einer Ersatzmaschine so weit als möglich aufrechterhalten werden. Ausgebrannt sind, wie schon berichtet, der 2., 3. und 4. Stock des an der Schloßstraße während des Weltkrieges errichteten 30 Meter hohen Gebäudes. Einige Zeit waren die in der Windrichtung liegenden Häuser durch Flugfeuer stark gefährdet. U.a. mußten die Dächer der Gebäude von Winz, Gebr. Rostock, Sachau, Bestmann usw. geschützt werden. An der Schloßstraße selbst hat das Haus Nr. 2 von Rostock durch Feuer und Wasser gelitten.

   Unser Bild zeigt den Brand nach dem Durchschlag der Flammen auf das Dachgeschoß  bei dem sich ungeheure Rauchmassen entwickelten.


  1939  /  Bildergalerien, Stadtgeschichte  /  Last Updated September 10, 2013 by Arno Freudenhammer  /