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  • Einsturz der Krückau-Brücke in der Kaiserstraße am 4. Mai 1931
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Einsturz der Krückau-Brücke in der Kaiserstraße* am 5. Mai 1931

Bericht der Elmshorner Nachrichten am 5. Mai 1931

   Eine unangenehme Ueberraschung erlebten heute morgen gegen 10 Uhr die Arbeiter, die bei den Kanalisationsarbeiten unter dem Krückaubett beschäftigt sind. Um diese Zeit senke sich der nördliche Teil der Brücke und legte sich ins Wasser. Gestern abend schon hatten sich sachkundige Leute über die Abdämmung in der Krückau und die dadurch entstandene Strömung unterhalten. Ihr Urteil lautete: „Wenn dat man god geiht!“ Heute morgen konnte man bereits um 7 Uhr eine leichte Unterspülung des Nordufers unter der Brücke beobachten. Mit der Zeit wurde das Loch, daß sich das Wasser wühlte, größer und größer. Die Anlegepfähle sanken ins Strombett, die Uferbefestigung stürzte ein. In einer Länge von fünf Metern riß das Wasser ein Loch ins Ufer. Das Wasser wühlte weiter. Durch das Mahlen des Wassers muß auch das Fundament der Brücke unterspült worden sein; langsam aber sicher senkte sich der Nordteil der Brücke ins Strombett. Gas-, Wasser- und Elektrizitätsleitung wurden dadurch in Mitleidenschaft gezogen, weil sie unter der Brücke liegen. Im ganzen nördlichen Teil der Stadt versagte der elektrische Strom, so das viele Betriebe stillgelegt wurden. Auch an Wasser mangelte es stellenweise. Auch die Eisenbahnschranken an der Schulstraße mußten während der Zeit, in der die Stromzuführung unterbrochen war, wie früher mit der Hand bedient werden. Nach dem Einsturz der Brücke wurden gleich Hilfsmaßnahmen getroffen, um den Schaden so gleich wie möglich zu beheben. Sandsäcke wurden zum Abdämmen herangefahren. Die Polizei sperrte das ganze Gebiet scharf ab, um Neugierige fernzuhalten und vor Schaden zu bewahren. Der Einsturz der Brücke hatte sich in der ganzen Stadt schnell herumgesprochen. Da war es kein Wunder, wenn die Hafenufer und die Kaiserstraße bis zu den Absperrungen schwarz voll Menschen standen, die einen Blick auf die Unglücksstelle werfen wollten. Alle sind wohl auf ihre Kosten gekommen. Mahner, die seinerzeit bei dem Ausbau und der Befestigung des Südufers auch die Befestigung des Nordufers forderten, haben durch diesen Vorfall die Richtigkeit ihrer Ansicht bestätigt erhalten. Die Heftigkeit des Stromes, hervorgerufen durch die Einengung an der Baustelle und verstärkt durch die Regenfälle des gestrigen Tages, konnte das Nordufer nicht standhalten. Obgleich der Wassermüller die Schotten schloß, bleib die Strömung immer noch sehr stark an der Unfallstelle. Lange können die Schotten der Wassermühle bei diesem Wasserandrang auch nicht geschlossen bleiben, denn dann ist Kaltenweide halb unter Wasser.

   Da man das Unheil kommen sah, konnten rechtzeitig Sicherungsmaßnahmen ergriffen werden, so daß bei dem Unglück erfreulicherweise Menschenleben nicht zu beklagen sind.

 

*heute Vormstegen

 

 

 

 

 


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